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iBeacons – Mehr als nur ein Hype?!

Als Apple im Sommer 2013 die iBeacons vorstellte, lagen die Reaktionen zwischen Begeisterung und Goldgräberstimmung. Was ist davon übrig geblieben? Spielen iBeacons gegenwärtig schon bzw. noch eine Rolle? Und viel wichtiger: Welche Einsatzszenarien und damit verbundene Chancen und Risiken bieten sich im Eventumfeld an?

Was sind iBeacons eigentlich?

iBeacon ist eine eingetragene Marke von Apple und beschreibt gleichzeitig einen Standard für kleine und kostengünstige Sender, die ihr Signal basierend auf Bluetooth Low Energy (BLE) verteilen.
Mittels dieser Signale ist zum einen Navigation innerhalb geschlossener Gebäude möglich und zum anderen können positionsabhängige Aktionen auf Geräten wie Smartphones oder Tablets ausgeführt werden.
Wichtig zu wissen: iBeacons können selbst keine Daten von Geräten in ihrer Umgebung empfangen oder verarbeiten. Sie sind reduziert auf das Ausstrahlen ihrer Kenndaten (UUID, Major und Minor). Zudem besitzen sie keine Schnittstelle ins Internet.

Wie funktioniert das Zusammenspiel?

Grundsätzlich muss eine App installiert sein, die auf bestimmte Beacons reagiert. Welche Beacons dies sind, wird dem System bei der Installation der App mitgeteilt.
Die Signale unbekannter Beacons werden vom Mobilgerät ignoriert, die von bekannten dagegen werden an die jeweilige App weitergeleitet, wobei seit iOS 7 die App zu diesem Zeitpunkt selbst nicht gestartet sein muss. Welche Aktion ausgeführt wird, ist entweder direkt in der App festgehalten oder wird von ihr durch eine Internetverbindung zum Server nachgefragt.

Was macht iBeacons so attraktiv?

Der Ansatz an einem definierten Ort eine bestimmte Aktion auf dem Mobilgerät eines Passanten, Kunden oder Teilnehmers ausführen zu können, gepaart mit den Möglichkeiten der Indoor-Navigation und des Trackings, alles vereint in einer einzigen Technologie, klingt verlockend und lässt viel kreativen Spielraum für die unterschiedlichsten Einsatzszenarien.
Im Rampenlicht und oft kommuniziert sind dabei Konzepte für den Retailmarkt, die durch gezielte Ansprache, Einblendung von Produktinformation und Coupons, alles gepaart mit der Analyse des Kaufverhaltens, die Steigerung des Abverkaufs im Fokus haben.
Für das Eventumfeld gibt es ebenfalls zahlreiche Ansätze:

  • Gezielte Produktinformationen im Umfeld von Messen
  • Schnitzeljadg mit mobilen Zielen
  • Navigation und Exponatinformationen in Museen
  • Bewertungsabgabe beim Verlassen eines Vortragssaals
  • Chat- und Umfragefunktionen unter Vortragsteilnehmern
  • Navigation auf Festival-Geländen

Was wird benötigt? – Die Hürden!

  1. Ein kompatibles Mobilgerät
    Alle Apple-Geräte auf denen iOS 7 läuft, sind kompatibel (ab iPhones 4S, iPad 3. Generation, iPod touch 5. Generation), bei Android-Geräten bedarf es Version 4.3.
  2. Eine App
    Ohne App nix los! Bei der Installation wird registriert, welche Beacons eine Aktion auslösen können. Alle dem Gerät unbekannten Beacons werden ignoriert.
  3. Bluetooth muss aktiviert sein
    Beacons strahlen ein Bluetooth-Signal aus. Sollte Bluetooth deaktiviert sein, so laufen die Beacon-Signale ebenfalls ins Leere.
  4. Opt-In
    Auf Apple-Geräten muss beim ersten Start der App die Ortung im Hintergrund bestätigt werden. Wird dies verweigert, funktioniert das Aufwecken der App nicht.

Und der Datenschutz?

Stehen iBeacon-Technologie und Gläserner Nutzer in unmittelbarem Zusammenhang? Ganz klar jein! Eine App, die die anfängliche Opt-In Zustimmung zur Ortung im Hintergrund erhalten hat, kann bei Empfang eines Beacon-Signals einem Server mitteilen, wie lange der Nutzer sich im Umfeld des Beacons aufgehalten hat. Der Nutzer muss davon nichts mitbekommen. Bei einer hohen Anzahl von Beacons lässt sich dadurch ein sehr detailliertes Bewegungsprofil erstellen. Daten, die für Werbetreibende höchst interessant sein können, vor allem in Verbindung mit Daten aus dritter Quelle. Dass Apps über ihren eigentlichen Nutzen diese Daten im Hintergrund sammeln, kann nicht ausgeschlossen werden.
Laut deutscher Rechtsprechung muss der Nutzer über die Verwendung seiner Daten informiert werden und auch explizit einwilligen. Oftmals ist hierfür ein Hinweis in den App-AGB versteckt, der von vielen Nutzern ungelesen bestätigt wird. Hinzu kommt, dass eine anderweitige Nutzung der Daten schwer zu kontrollieren ist.
Es empfiehlt sich hier jedoch ganz klar, den Nutzer detailliert über die anonymisierte Nutzung seiner Daten aufzuklären.

Alle Macht dem Mehrwert!

Die Schwelle, wann Benachrichtigungen als unerwünschte Werbung und die App somit als Spamschleuder gesehen wird, ist schnell übertreten. Hier sind ausgefeilte Algorithmen gefragt, die erkennen, wann und wo eine Einblendung sinnvoll erscheint und wo sie negativ verstanden werden könnte. Eine anfängliche Abfrage, welche Art und in welcher Frequenz Informationen eingeblendet werden sollen, unterstützt dabei den Verbleib auf dem Mobilgerät.

Letzten Endes läuft es immer auf eines hinaus: Mehrwert.

Überwiegt beim App-Nutzer das Gefühl des Ausspioniertwerdens gegenüber dem Mehrwert oder vermisst er diesen gänzlich, so hat dies zwangsläufig die Deinstallation der App zur Folge.

Und hier liegen klar die Stärken eines Einsatzes im Eventumfeld. Primär erweitern Beacons einen Event um Angebote, sei es Indoor-Navigation oder Informationen zu Rednern, Vorträgen und Exponaten. Nicht die Analyse des einzelnen Teilnehmers steht in der Regel im Fokus, sondern die Information – der Mehrwert für den Nutzer.

Die Installationsrate einer App steigt mit dem gebotenen Mehrwert. Exklusiver Content ist dabei förderlich, schließt gleichzeitig jedoch Nutzer ohne kompatible Hardware aus. Hier gilt es je nach Zielgruppenzusammensetzung sensibel abzuwägen.

Bildquelle: Fujitsu
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Stefan Tschakert

Stefan Tschakert

Hauptberuflicher Vollbartträger (scheinbar aus Überzeugung und nicht aus modischen Beweggründen), langjähriger Eventhase und Leiter des Bereichs eLive bei sitibi KOMMUNIKATION.

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